BioPlastik Rockt !

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img by Tim Van der Loo (c)

 

Zusammenfassung

In diesem Workshop nehmen wir alte Poster von den Laternen und arbeiten sie Stück für Stück in Bioplastik um, mit dem wir dann Schreibtischlampen und Kerzenständer herstellen.

Fotoalbum zum Projekt

Hintergrund

Der Workshop wurde gestaltet und durchgeführt vom Designer Tim van der Loo im Rahmen von „Palast der Projekte – die ökologische Zukunftsstadt“ in der Fichtelgebirge-Grundschule Berlin. Dokumentiert ist eine Durchführung mit 25 Kindern zwischen 8 und 9 Jahren und 3 Erwachsenen (2 Künstler*innen, 1 Lehrer*in) über 3 Tage mit jeweils 3,5 Stunden Arbeitszeit für die Kinder (8:00-12:00).

Gefördert von: Berliner Projektfonds kulturelle Bildung

Mifactori-Akteure: Tim van der Loo (Gast), Lars Zimmermann

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Ablauf

Hier gibt es einen groben Überflug zu einzelne Schritten. Will man den Workshop selbst durchführen, lohnt sich eine tiefere Recherche in anderen Quellen. Am besten beginnt man dabei auf der Seite des Workshoperfinders Tim van der Loo.

Metadokumentation: Die GIFs in der Dokumentation waren mal MOV-Dateien. Sie wurden mit MPEG Streamclip geschnitten und danach online ezgif.com zu GIFs umgewandelt.

Komplettes Fotoalbum zum Projekt
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1. Poster besorgen

Wir gehen auf die Straße und füllen uns die Taschen mit alten Postern, die die Schüler*innen von Laternen abnehmen.

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2. Papier zerkleinern & wässern

Die Schüler*innen bekommen kleine Gefäße (ausgediente Plastikeimer in denen der Supermarkt Blumen geliefert bekommt) und zerkleinern von Hand die Poster – machen sehr kleine Schnipsel daraus. Dabei werden schon Klammern und Klebebänder und ähnliche Fremdkörper entfernt.

Danach kommt Wasser in unsere Eimer. Über Nacht bleibt die Masse stehen.
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3. Schreddern

Mit einem Rührgerät wird der Papierbrei geschreddert. So wird das Papier immer kleiner.

Gelegentlich muss man dabei das Rührgerät von Klebebandresten und Ähnlichem befreien.
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4. Auswringen

Die Kinder bekommen Stoffstücke. Damit wringen sie ihren Papierbrei aus. Das Wasser muss so weit wie möglich raus.

Zurück bleibt eine fast körniges Material, welches wir als Ausgangs- bzw. Füllmaterial für unsere Bioplastik nutzen werden.

 

5. Was passiert mit dem Wasser?

Tim erzählt den Schüler*innen, was in dem zurückbleibenden Wasser enthalten ist – am Boden setzen sich Kleber und Farben ab, oben bleibt Wasser – und wie man damit umgehen kann. Wir vermuten, dass viel davon biologisch abbaubar ist. Aber wissen können wir es nicht.

 

6. Plastik kochen und damit bauen

In der Klasse bauen wir eine Kochstation auf. Dort kochen wir eine Fuhre Bioplastik nach der anderen und verteilen sie an die Schüler*innen.

Das Rezept:

Rezept als JPEG | Weitere offene Rezepturen mit Bioplastik 1 & 2 | Eines von vielen YouTube Video zum Bioplastikkochen

Zutaten & Prozess

  • 240 g Papiermasse
  • 200 ml Wasser
  • 36 g Maisstärke
  • 3 g Glyzerin

Alles in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze rühren bis es zu einer klebrigen knetartigen Masse geworden ist.

Die Schüler*innen bekommen Holzstücke aus dem Restholz-Container der Kunsthochschule Weißensee in Berlin, die von Tim vorgesägt und auch vorgebohrt sind. Die Hälfte der Klasse kann Lampen herstellen, die andere Kerzenhalter.

Die Lampenschirme werden in einen Kunststoffeimer hineingeformt. Bei der Auswahl dieser Gefäße muss man vorsichtig sein. An manchen Kunststoffen klebt die Bioplaste, dadurch lässt sich die Form später nur schwer vom Geformten trennen. Die von uns genutzten Formen kleben nicht und fallen, wenn die Bioplastik getrocknet ist einfach ab.

Die Kinder formen bzw. verstärken ihre Objekte mit der Bioplastik. Dann bringen wir sie in den Palast zum trocknen.
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7. Ergebnisse anschauen und letzte Reparaturen

Nach ein bis zwei Wochen ist die Bioplastik getrocknet. Wir besuchen die Schüler*innen wieder und schauen uns die Ergebnisse an. Tim hat noch eine Fuhre Bioplastik dabei, mit der wir eventuelle Fehler-, Kippel- und Bruchstellen noch korrigieren.

Außerdem bohren wir Löcher für die Lampenfassung in die Lampenschirme.

Wir führen noch ein langes Gespräch mit den Schüler*innen über Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit. Und wir erwähnen auch das „Teller oder Plastik“-Problem biobasierter Kunststoffe (wir nutzen Lebensmittel für Plastik.) Danach gibt es eine Feedbackrunde und die Verabschiedung.

Dann ist das Projekt vorbei. 

Viel Spaß beim Nachmachen oder Remixen!  

Komplettes Bilderalbum zum Projekt

Ein Projekt aus der:

Übersicht über alle Workshops aus dem „Palast der Projekte – die Ökostadt“

Der Text sowie alle Bilder auf dieser Seite stehen unter einer offenen Lizenz (CC-BY). Sie sind also frei nutzbar. Was man dabei beachten muss, steht hier.